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Besonderes Verhalten beim Motorradfahren

Anfahren und Stabilisieren

2.1 Anfahren und Stabilisieren

Die sichere und kontrollierte Fahrzeugbeherrschung beim Starten, Fahren mit niedriger Geschwindigkeit und Stabilisieren des Motorrads – besonders wichtig in den Grundfahraufgaben und im Stadtverkehr.

1. Richtiges Anfahren – Kupplung, Gas und Gefühl

Beim Anfahren kommt es auf das feinfühlige Zusammenspiel von Kupplung und Gas an:

Wichtig:
Niemals die Kupplung schlagartig kommen lassen! Das kann zu einem ruckartigen Anfahren, Kontrollverlust oder sogar einem abhebenden Vorderrad führen.

Merke:
„Kupplung fühlen – nicht fliegen lassen!“

17.jpgQuelle: freepik.com

2. Anfahren am Berg – Technik und Tipps

Gerade am Berg zeigt sich dein Feingefühl beim Anfahren:

Danach schnellstmöglich die Füße auf die Rasten – das stabilisiert das Fahrzeug.

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3. Stabilisieren bei Schrittgeschwindigkeit

Motorräder sind bei sehr langsamer Fahrt instabil – sie neigen zum Kippen.

Was hilft?

Merke:
„Langsam fahren heißt: fühlen, führen, schauen.“

4. Stabilität beim Fahren – Geschwindigkeit hilft

Ab ca. 25–30 km/h bauen sich am Motorrad Kreiselkräfte auf. Diese sorgen für stabile Geradeausfahrt.

Störungen der Stabilität können entstehen durch:

19.jpgQuelle: freepik.com

Bremsen

2.2 Bremsen

Bremsen mit dem Motorrad – Technik, Wirkung und Fehlervermeidung

Das richtige Bremsen mit dem Motorrad ist eine zentrale Überlebenskompetenz. Wer sauber bremst, verkürzt den Bremsweg, behält die Kontrolle und kann auch in kritischen Situationen sicher reagieren.

1. Grundlegendes zur Bremswirkung

Beim Motorrad gilt: Vorderradbremse = starke BremswirkungHinterradbremse = stabilisierende Wirkung.

Bremse Wirkung
Vorderradbremse 70–80 % der Gesamtbremskraft
Hinterradbremse 20–30 % der Gesamtbremskraft

Nur beide Bremsen zusammen ermöglichen einen kurzen und stabilen Bremsweg!

20.jpgQuelle: freepik.com


2. Richtig bremsen – Schritt für Schritt

Normale Bremsung:

  1. Vorderradbremse dosiert ziehen

  2. Hinterradbremse vorsichtig treten

  3. Bei Bedarf leicht auskuppeln

Starke Bremsung (Notbremsung):

  1. Beide Bremsen kräftig, aber gefühlvoll einsetzen

  2. Gewicht nach hinten verlagern, um das Hinterrad am Boden zu halten

  3. Bei Gefahr des Blockierens → ggf. lösen und neu dosieren (ohne ABS)

  4. Mit ABS: Bremsdruck halten! – das System regelt automatisch

Bremsen in der Kurve:

Wichtig:

21.jpgQuelle: freepik.com

22.jpgQuelle: freepik.com


3. Bremsweg & Reaktionsweg – Zahlen, die zählen

Formeln:

Beispiel bei 50 km/h:

Mit schlechtem Reaktionsverhalten oder unsauberer Bremstechnik können aus 40 m schnell 60 m werden – das kann tödlich enden!


4. Fehlerquellen beim Bremsen

Fehler Folge
Nur Hinterradbremse Verlängerter Bremsweg, instabiles Fahrverhalten
Nur Vorderradbremse zu stark Blockiertes Vorderrad, mögliches Wegrutschen
Kupplung zu früh gezogen Reduzierte Motorbremse, Instabilität
Bremsen in Schräglage Rutschgefahr, Kippmoment

Merksatz:

„Wer gut bremst, fährt sicher. Wer falsch bremst, fällt.“


Zusätzliche Tipps für Motorradfahrer:

23.jpgQuelle: freepik.com


Zusammenfassung – Motorradbremsung


❓ Quizfragen (zur Wiederholung oder Übung)

  1. Welche Bremse liefert den größten Teil der Bremskraft?

    • A) Hinterradbremse

    • B) Vorderradbremse ✅

    • C) Kupplung

  2. Was ist bei einer Notbremsung mit ABS wichtig?

    • A) Bremsdruck gleich halten ✅

    • B) Sofort loslassen

    • C) Nur Hinterradbremse benutzen

  3. Warum ist Bremsen in Kurven gefährlich?

    • A) Das ABS funktioniert nicht

    • B) Der Reifen wird heiß

    • C) Das Motorrad ist instabil ✅

Kurven

2.3 Kurven

1. Warum ist das Kurvenfahren so besonders?

Kurven zu fahren ist für Motorradfahrer eine der wichtigsten Grundfertigkeiten – aber auch eine der risikoreichsten. In der Kurve wirken mehrere Kräfte gleichzeitig, die das Fahrverhalten beeinflussen. Wer diese versteht und beherrscht, kann sicher und kontrolliert durch jede Kurve fahren.


Quelle: youtube.com Motochecker


2. Physikalische Grundlagen

2.1 Fliehkraft und Schwerkraft

Beim Durchfahren einer Kurve zieht die Fliehkraft das Motorrad nach außen. Gleichzeitig wirkt die Schwerkraft nach unten. Diese beiden Kräfte ergeben zusammen eine sogenannte Resultierende.

Merksatz: Je enger die Kurve oder je schneller du fährst, desto stärker wirkt die Fliehkraft.

2.2 Die Resultierende

Damit das Motorrad stabil bleibt, muss die Resultierende genau durch die Reifenaufstandsfläche verlaufen. Das gelingt nur mit einer passenden Schräglage.

2.3 Seitenführungskraft

Diese Kraft hält das Motorrad in der Spur, indem sie der Fliehkraft entgegenwirkt. Sie hängt stark vom Straßenzustand ab:


3. Kurventechniken

Es gibt verschiedene Techniken, mit denen Kurven gefahren werden können. Welche man wählt, hängt von der Situation ab:

3.1 „Legen“

25.jpgQuelle: freepik.com

3.2 „Drücken“

3.3 „Hängen“


Quelle: youtube.com Motocecker

Merksatz: Für die Straße reicht das „Legen“ – das „Hängen“ gehört auf die Rennstrecke!


4. Kurvenarten und richtige Linienwahl

4.1 Rechtskurven

26.jpgQuelle: freepik.com

4.2 Linkskurven

4.3 Haarnadelkurven / Kurven, die sich „zuziehen“

4.4 Doppelkurven


Quelle: youtube.com Motochecker


5. Blickführung und Haltung

5.1 Blicktechnik

5.2 Körperhaltung

27.jpgQuelle: freepik.com


6. Häufige Fehler beim Kurvenfahren

Fehler Mögliche Folge
Zu hohe Geschwindigkeit Motorrad wird nach außen getragen
In der Kurve gebremst Aufrichten, Rutschen, Sturzgefahr
Zu früh eingelenkt Schlechter Kurvenverlauf, zu viel Korrektur nötig
Falsche Blickführung Orientierungslosigkeit, instabiles Fahrverhalten

7. Sicherheitsregeln für Kurven

✅ Vor der Kurve Tempo anpassen
✅ Bremsen vor der Schräglage, nicht mittendrin
✅ Kurvenlinie planen
✅ Immer mit Reserve fahren (z. B. für Schmutz, Tiere, Gegenverkehr)
✅ In unübersichtlichen Kurven immer „auf Sicht“ fahren


8. Merksätze zum Mitnehmen


 Lernzielkontrolle – Kurvenfahren (Motorrad)

1. Welche Kraft zieht ein Motorrad beim Kurvenfahren nach außen?

a) Schwerkraft
b) Reibungskraft
c) Fliehkraft ✅
d) Bremskraft


2. Was ist die Aufgabe der Seitenführungskraft in der Kurve?

a) Sie sorgt für Schräglage
b) Sie bremst das Motorrad
c) Sie hält das Motorrad in der Kurve ✅
d) Sie erzeugt Vortrieb


3. Was passiert, wenn du in der Kurve stark bremst?

a) Das Motorrad fährt enger
b) Das Motorrad rutscht leichter oder richtet sich auf ✅
c) Die Schräglage erhöht sich automatisch
d) Es passiert nichts


4. Wann beschleunigst du am besten aus der Kurve heraus?

a) Schon beim Einlenken
b) Kurz vor dem Scheitelpunkt
c) Direkt nach dem Scheitelpunkt ✅
d) Erst nach 200 m


5. Welche Kurventechnik ist für den normalen Straßenverkehr geeignet?

a) Hängen
b) Drücken ✅
c) Schleifen
d) Lehnen mit gestreckten Armen


6. Wie sollte der Blick beim Kurvenfahren geführt werden?

a) Auf den Tacho
b) Auf das Vorderrad
c) Auf die Straße direkt vor dem Motorrad
d) Vorausschauend in die Kurve ✅


7. Wie verändert sich die Fliehkraft bei doppelter Geschwindigkeit?

a) Sie bleibt gleich
b) Sie verdoppelt sich
c) Sie vervierfacht sich ✅
d) Sie halbiert sich


8. Warum sollte man Linkskurven möglichst weit rechts anfahren?

a) Um schneller zu sein
b) Um mehr Platz zum Gegenverkehr zu haben ✅
c) Weil es vorgeschrieben ist
d) Um die Fliehkraft zu nutzen


9. Wann sollte man die Geschwindigkeit für eine Kurve anpassen?

a) In der Kurve
b) Nach der Kurve
c) Vor der Kurve ✅
d) Gar nicht


10. Was ist bei Haarnadelkurven besonders zu beachten?

a) Möglichst schnell einfahren
b) Die Schräglage vermeiden
c) Die Kurve möglichst weit schneiden
d) Später einlenken und Geschwindigkeit anpassen ✅

Ausweichen

2.4 Ausweichen

Im Straßenverkehr ist nicht jede Situation vorhersehbar. Du kannst vorausschauend und aufmerksam fahren – und trotzdem plötzlich mit einem unerwarteten Hindernis konfrontiert werden. Ein Auto öffnet die Tür, ein Kind rennt auf die Straße oder ein anderes Fahrzeug schert aus der Parklücke. In solchen Momenten bleibt oft keine Zeit mehr zum Bremsen. Dann zählt nur noch eines: schnell und sicher ausweichen können.

Motorradfahrer sind in diesen Situationen besonders gefährdet, da sie weder durch ein Fahrzeug geschützt sind noch einen so kurzen Bremsweg haben wie manche denken. Deshalb gehört das kontrollierte Ausweichen zu den wichtigsten Grundfähigkeiten, die du im Laufe deiner Ausbildung lernen wirst.

Damit das gelingt, brauchst du ein sicheres Gefühl für dein Motorrad, die richtige Technik und vor allem: Übung und Vorbereitung.

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1. Warum ist Ausweichen eine wichtige Grundkompetenz?

Im Straßenverkehr kann es jederzeit zu plötzlichen Gefahrensituationen kommen:
🚗 Eine Autotür geht auf,
🚶‍♂️ ein Fußgänger läuft über die Straße oder
🚙 ein Fahrzeug zieht unachtsam aus einer Einfahrt.

In solchen Momenten reicht Bremsen allein oft nicht aus.
Deshalb muss ein Motorradfahrer wissen, wie er schnell und kontrolliert ausweichen kann, ohne die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren.


2. Techniken des Ausweichens

Es gibt zwei grundlegende Ausweichmanöver, die du beherrschen musst:

2.1 Ausweichen ohne Abbremsen

➡️ Wird durchgeführt, wenn keine Zeit mehr zum Bremsen bleibt.
➡️ Du weichst direkt einem Hindernis aus, z. B. einer Autotür.

2.jpgQuelle: freepik.com

Ablauf:

  1. Motorrad auf etwa 50 km/h beschleunigen (40 km/h bei Klasse AM)

  2. Unmittelbar hinter einem Leitkegel das Motorrad durch einen kräftigen Lenkimpuls zur Seite bewegen

  3. Nach dem Hindernis sofort wieder in die ursprüngliche Spur zurückschwingen

  4. Danach anhalten

Wichtig:


2.2 Ausweichen nach Abbremsen

➡️ Dieses Manöver kombinierst du mit einem kurzen Bremsvorgang.
➡️ Es ist für Situationen gedacht, in denen noch ganz kurz Zeit zum Reagieren bleibt.

29.jpgQuelle: freepik.com

Ablauf:

  1. Motorrad auf etwa 50 km/h beschleunigen

  2. Kurz (ca. 1 Sekunde) auf 30 km/h abbremsen

  3. Bremse lösen

  4. Sofort danach Ausweichen durch Lenkimpuls

  5. Nach dem Hindernis zurück in die Spur

  6. Anhalten

Wichtig:


3. Lenkimpulstechnik – das Herzstück des Ausweichens

Das eigentliche Ausweichen wird durch einen kräftigen, aber kontrollierten Lenkimpuls eingeleitet:

30.jpgQuelle: freepik.com


4. Häufige Fehler beim Ausweichen

Fehler Mögliche Folge
Zu frühes Ausweichen Gefahr, dass Hindernis nicht sicher umfahren wird
Kein Lenkimpuls Motorrad bleibt auf gerader Spur
In der Kurve gebremst Gefahr des Wegrutschens oder Aufrichtens
Bremse beim Lenkimpuls nicht gelöst Lenkung blockiert, keine Richtungsänderung möglich

5. Tipps aus der Fahrpraxis


✅ Achte auf saubere Blickführung und Körperhaltung
✅ Mach dich mit der Lenkimpulstechnik vertraut
✅ Sei mental vorbereitet – in Gefahrensituationen entscheidet oft der Reflex!

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✅ Lernzielkontrolle – Quiz: Ausweichen

1. Wann ist ein Ausweichmanöver notwendig?

a) Wenn du einfach die Spur wechseln willst
b) Wenn ein Fahrzeug plötzlich vor dir auftaucht ✅
c) Wenn du eine Kreuzung überfährst
d) Nur beim Überholen


2. Was ist beim Ausweichen nach Abbremsen besonders wichtig?

a) Beim Lenkimpuls stark bremsen
b) Erst ausweichen, dann bremsen
c) Bremse vor dem Lenkimpuls lösen ✅
d) Mit Hupen einleiten


3. Wozu dient der Lenkimpuls?

a) Um das Motorrad abzubremsen
b) Um es schnell in Schräglage zu bringen ✅
c) Um den Motor zu starten
d) Um den Blinker zu setzen


4. Wie schnell sollte man beim Ausweichen ohne Abbremsen fahren?

a) 30 km/h
b) 40 km/h
c) 50 km/h (bei Klasse AM: 40 km/h) ✅
d) 70 km/h


5. Welche Aussage ist richtig?

a) Man darf beim Ausweichen ruhig bremsen und lenken gleichzeitig
b) Beim Ausweichen kann man die Füße zur Stabilisierung benutzen
c) Beim Ausweichen musst du möglichst gerade sitzen
d) Die Bremse muss vor dem Lenkimpuls gelöst sein

Kritische Fahrzustände

2.5 Kritische Fahrzustände

1.  Warum ist dieses Thema so wichtig ist?

Motorradfahren gibt ein Gefühl von Freiheit – aber auch Verantwortung. Denn Motorradfahrer sind deutlich anfälliger für kritische Fahrzustände, die die Stabilität, Sicherheit und Kontrolle über das Fahrzeug gefährden können.
Oft reichen schon Kleinigkeiten: ein schlechter Straßenbelag, ein zu niedriger Reifendruck oder falsches Verhalten bei Seitenwind – und das Motorrad beginnt zu pendeln, zu flattern oder der Lenker schlägt aus.

33.jpgQuelle: freepik.com

In dieser Einheit erfährst du:

Denn je besser du diese Situationen verstehst, desto sicherer kannst du fahren – auch unter schwierigen Bedingungen.

2. Kritische Fahrzustände


2.1 Flattern – wenn das Vorderrad unruhig wird

Was ist Flattern?
Flattern ist ein schnelles, heftiges Hin- und Herschlagen des Vorderrads. Die Bewegung überträgt sich direkt auf den Lenker.

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Merkmale:
Ursachen:
Reaktion:

2.2 Pendeln – wenn das ganze Motorrad instabil wird

Was ist Pendeln?
Das gesamte Motorrad beginnt zu schwingen und zu wackeln – meist bei höherer Geschwindigkeit (ab ca. 50 km/h).

Ursachen:
Besonders gefährlich bei:

Reaktion:


2.3 Lenkerschlagen – die Extremform

Was ist Lenkerschlagen?
Hier schlägt der Lenker extrem schnell von Anschlag zu Anschlag – du verlierst fast die Kontrolle. Es tritt vor allem dann auf, wenn das Vorderrad entlastet wird und schräg aufsetzt.

Ursachen:
Reaktion:

35.jpgQuelle: freepik.com


2.4 Seitenwind – unterschätzte Gefahr

Wann tritt Seitenwind auf?

Gefahr:

Ein plötzlicher Windstoß kann das Motorrad in eine andere Spur drücken – besonders gefährlich bei hoher Geschwindigkeit.

Reaktion:

36.jpgQuelle: freepik.com


3. Merksätze für die Praxis


4. Lernzielkontrolle – Quiz: Kritische Fahrzustände

1. Was versteht man unter „Flattern“?

a) Ein wackeliger Sitz
b) Ein Hin- und Herschlagen des Vorderrads ✅
c) Ein zu weicher Reifen
d) Ruckartiges Gasgeben


2. Ab wann tritt Pendeln typischerweise auf?

a) Bei Schritttempo
b) Bei starkem Regen
c) Ab etwa 50 km/h ✅
d) Im Stand


3. Was solltest du bei starkem Seitenwind tun?

a) Gas geben
b) In Schräglage gehen
c) Geschwindigkeit reduzieren ✅
d) Den Lenker loslassen


4. Was ist Lenkerschlagen?

a) Eine Schlagbewegung beim Gasgeben
b) Ein lockerer Griff am Lenker
c) Sehr schnelle, unkontrollierbare Lenkerbewegung ✅
d) Ein plötzlicher Bremsschlag


5. Wie kannst du Pendeln sicher stoppen?

a) Mit Vollgas
b) Mit starkem Bremsen
c) Durch Auskuppeln und Gas wegnehmen ✅
d) Mit starkem Gegenlenken

Bedeutung der Grundfahraufgaben

2.6 Bedeutung der Grundfahraufgaben

Viele Fahrschüler fragen sich zu Beginn der Ausbildung:
„Warum muss ich Slalom fahren, ausweichen oder in Schrittgeschwindigkeit balancieren?“
Die Antwort ist einfach: Weil genau diese Grundübungen die Basis für dein sicheres Motorradfahren im Alltag bilden.

Die sogenannten Grundfahraufgaben vermitteln dir wichtige Fertigkeiten – Balance, Fahrzeugbeherrschung, Blickführung, Reaktion und Koordination.
Wenn du sie sicher beherrschst, bist du nicht nur auf die Prüfung gut vorbereitet, sondern auch auf kritische Verkehrssituationen im echten Leben.

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1. Was sind Grundfahraufgaben überhaupt?

Grundfahraufgaben sind festgelegte Übungen, die du in deiner Fahrausbildung auf einem geschützten Platz trainierst.
Sie gehören zum Pflichtprogramm jeder praktischen Prüfung der Klasse A, A1, A2 und AM.

Ziel:
➡️ Nachweis, dass du das Motorrad unter kontrollierten Bedingungen sicher beherrschst
➡️ Schulung von Reaktionsvermögen, Blicktechnik und Bewegungsabläufen

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2. Warum sind sie so wichtig für die Fahrpraxis?

In kritischen Situationen auf der Straße musst du schnell, präzise und intuitiv reagieren können.
Die Grundfahraufgaben simulieren genau solche Situationen – aber in einem sicheren Rahmen.

Grundfahraufgabe Bedeutung in der Praxis
Slalom Ausweichen bei Gegenverkehr, Engstellen oder Hindernissen
Stop and Go / Schrittgeschwindigkeit Stau, Stadtverkehr, enge Passagen
Ausweichen ohne / mit Abbremsen Plötzlich auftauchende Hindernisse
Bremsung mit höchstmöglicher Verzögerung Notbremsung bei Gefahr
Kreisfahrt Kurvenverhalten und Gleichgewichtstraining

3. Was wird durch die Grundfahraufgaben konkret geschult?

Bereich Ziel
Gleichgewicht Sicheres Fahren bei niedriger Geschwindigkeit
Lenktechnik Präzises Kurven- und Ausweichverhalten
Blickführung Vorausschauendes und zielgerichtetes Fahren
Koordination Zusammenspiel von Kupplung, Bremse, Gas und Körperhaltung
Reaktion Schnelles und richtiges Handeln unter Druck
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Hier ist eine übersichtliche Tabelle mit den Grundfahraufgaben für Motorradklassen.

 Grundfahraufgaben der Klassen A, A2 und AI (Direkteinstieg)
Grundfahraufgabe GA-Nr. Bemerkung
Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 x 3,5 m Abstand) 1 O
Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung 2 O
Ausweichen ohne Abbremsen 3 O
Ausweichen nach Abbremsen 4 O
Slalom (4 x 7m Abstand) 5 A innerhalb dieser 2 Aufgaben
Langer Slalom (4 x 9m / 2 x 7m Abstand) 6  
Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus 7 A innerhalb dieser 3 Aufgaben
Stop and Go 8  
Kreisfahrt (4,5 m Halbmesser) 9  
Summe der zu fahrenden GFA   6
Grundfahraufgaben der Klassen A2 und A (stufenweiser Zugang)
Grundfahraufgabe GA-Nr. Bemerkung
Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 x 3,5 m Abstand) 1 O
Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung 2 O
Ausweichen ohne Abbremsen 3 O
Ausweichen nach Abbremsen 4 O
Summe der zu fahrenden GFA   4
Grundfahraufgaben der Klasse AM
Grundfahraufgabe GA-Nr. Bemerkung
Slalom (4 x 7m Abstand) 5 O
Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung 2 O
Ausweichen ohne Abbremsen 3 A innerhalb dieser 2 Aufgaben
Ausweichen nach Abbremsen 4  
Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus 7 A innerhalb dieser 3 Aufgaben
Stop and Go 8  
Kreisfahrt (4,5 m Halbmesser) 9  
Summe der zu fahrenden GFA   4

Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 x 3,5 m Abstand)

Inhalt der Grundfahraufgabe:
Der Fahrschüler muss eine Slalomstrecke aus 6 Leitkegeln mit jeweils 3,5 m Abstand in Schrittgeschwindigkeit (etwa 5 km/h im 1. Gang) durchfahren. Dabei ist das Gleichgewicht zu halten sowie Kupplung, Gas und Bremse korrekt zu bedienen.
01_Schrittgeschwindigkeit_Slalom.png

Fehlerbewertung:

Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung

Inhalt der Grundfahraufgabe:
Der Fahrschüler muss das Kraftrad aus einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h mit beiden Bremsen und größtmöglicher Verzögerung bis zum Stillstand abbremsen, ohne dabei deutlich von der Fahrlinie abzuweichen. Da die Aufgabe nur durchgeführt wird, wenn eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist, ist eine Rückschau (Spiegelkontrolle und Blick in den toten Winkel) vor Einleitung der Bremsung nicht erforderlich. Ein blockierendes Hinterrad wird nicht als Fehler gewertet, sofern das Motorrad dabei stabil in der Spur bleibt.

02_Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung.png

Fehlerbewertung:

Ausweichen ohne Abbremsen

Inhalt der Grundfahraufgabe:
Der Fahrschüler beschleunigt auf etwa 50 km/h, weicht vor einer markierten Stelle um rund 1 bis 1,5 Meter nach links aus und kehrt anschließend, ohne zu bremsen, wieder auf die ursprüngliche Fahrlinie zurück. Das Ausweichmanöver darf frühestens 9 Meter vor der Markierung eingeleitet werden.
Da die Aufgabe nur durchgeführt wird, wenn eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist, ist eine Rückschau (Spiegelkontrolle und Schulterblick) vor dem Ausweichen nicht erforderlich.

03_Ausweichen ohne Abbremsen.png

Fehlerbewertung:

Ausweichen nach Abbremsen

Inhalt der Grundfahraufgabe für den Motorradführerschein:
Der Fahrschüler beschleunigt zunächst auf etwa 50 km/h, bremst rechtzeitig kurz ab und leitet nach dem Lösen der Bremsen mit einer Geschwindigkeit im eigenstabilen Bereich (rund 30 km/h) das Ausweichen ein. Dabei ist vor einer markierten Stelle um etwa 1 bis 1,5 Meter nach links auszuweichen und anschließend, ohne zu bremsen, wieder auf die ursprüngliche Fahrlinie zurückzukehren. Das Ausweichmanöver darf frühestens 7 Meter vor der Markierung begonnen werden.
Da die Aufgabe nur durchgeführt wird, wenn eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist, entfällt eine Rückschau (Spiegelkontrolle und Schulterblick) vor dem Ausweichen.

04_Ausweichen nach Abbremsen.png

Fehlerbewertung:

Slalom 4 x 7 m Abstand

Inhalt der Grundfahraufgabe für den Motorradführerschein:
Der Fahrschüler hat eine Slalomstrecke von ca. 50 m Länge mit 5 Leitkegeln im Abstand von jeweils 7 m in einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h zu durchfahren.

05_Slalom 4x7m.png

Fehlerbewertung:

Langer Slalom

Inhalt der Grundfahraufgabe für den Motorradführerschein:
Der Fahrschüler muss eine Slalomstrecke von ca. 80 m Länge durchfahren. Diese besteht zunächst aus 5 Leitkegeln im Abstand von jeweils 9 m, gefolgt von 2 Leitkegeln im Abstand von jeweils 7 m. Die Aufgabe ist mit einer Anfangsgeschwindigkeit von rund 30 km/h und möglichst gleichbleibendem Tempo zu bewältigen. Sie darf nicht im 1. Gang gefahren werden – je nach Motorrad eignet sich dafür der 2. oder 3. Gang am besten.

06_langer Slalom.png

Fehlerbewertung:

Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus

Inhalt der Grundfahraufgabe für den Motorradführerschein:
Der Fahrschüler fährt eine Strecke von etwa 25 m in Schrittgeschwindigkeit geradeaus. Dabei muss er das Gleichgewicht halten und Kupplung, Gas sowie Bremse korrekt bedienen.

07_Fahren Schritt geradeaus.png

Fehlerbewertung:

Stop and Go

Inhalt der Grundfahraufgabe:
Der Fahrschüler führt mehrfaches Anhalten und Anfahren durch. Dabei sind Gas, Kupplung und Bremse abgestimmt zu bedienen. Die Füße dürfen nur im Stand von den Rasten genommen und zum Abstützen auf die Fahrbahn gesetzt werden. Um die bewusste Neigung des Motorrads zu zeigen, ist zunächst zweimal der eine und anschließend zweimal der andere Fuß abzusetzen. Eine Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs ist nur beim ersten Anfahren erforderlich. Ein Gangwechsel während der Aufgabe ist nicht notwendig.

08_Stop and Go.png

Fehlerbewertung:

Kreisfahrt

Inhalt der Grundfahraufgabe für den Motorradführerschein:
Der Fahrschüler fährt in einen Kreis mit einem Halbmesser von 4,5 m ein (eine Markierung ist nicht zwingend erforderlich), umrundet diesen mehrfach und verlässt ihn anschließend wieder. Die Kreisfahrt kann nach links oder rechts gefordert werden, auf öffentlichen Straßen jedoch ausschließlich nach links. Die Geschwindigkeit ist so zu wählen, dass eine deutliche Schräglage entsteht. Eine Rückschau (Spiegel und Schulterblick) ist nur vor dem Einfahren in den Kreis erforderlich.

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Fehlerbewertung: